Vehicle in the loop
Am Freitag, den 4 April 2008, fand die offzielle Einweihung des neuen Vehicle-in-the-loop-Prüfstandes im Akustikraum des IPEK - Institut für Produktentwicklung der Universität Karlsruhe auf dem Areal der Mackensen Kaserne statt. Mehr als 60 Gäste aus dem industriellen Umfeld sowie anderer Forschungseinrichtungen konnten bei der Eröffnung begrüßt werden. Der Nachmittag stand im Zeichen von zahlreichen Diskussionen zu den IPEK Forschungsansätzen, wie z.B. zum Thema X-in-the-loop. Interessante Vorführungen und Demonstrationen schafften Einblicke in die Möglichkeiten des neuen Prüfstandes. Mit zwei unabhängig voneinander angetriebenen Rollen mit einem Außendurchmesser von rund zwei Metern und insgesamt 440 kW Antriebsleistung wurde die IPEK X-in-the-loop-Entwicklungsumgebung vom Element bis zum Gesamtsystem vervollständigt. Das „X“ steht für das jeweils zu untersuchende Teilsystem, wie beispielsweise Kupplungsbeläge oder – eine Systemebene höher – für das Getriebe. Das getestete Element ist immer in die Gesamtsituation eingebettet, die aus Fahrer und Umgebung besteht. Es ist daher möglich in sehr frühen Phasen der Entwicklung bereits Prototypen von z.B. Kupplungsscheiben am Prüfstand mit einem simulierten Restfahrzeug testen zu können. Am Vehicle-lin-the-loop-Prüfstand bedeutet dies z.B. das reproduzierbare Testen von neuen Funktionen für energieeffzientes Fahren im realen Fahrzeug in einer Umgebung mit virtuellem Verkehr ohne Sicherheitsrisiko.
Im Center of Automotive and Research (CART) liefert das IPEK nun durch die durchgängige Prüfumgebung vernetzt mit den entsprechenden Simulationsmodellen und -methoden einen wesentlichen Beitrag.
„Die aktuelle Entwicklung im Fahrzeugbau mit einer enormen Zunahme an Konzepten, zum Beispiel Doppelkupplungsgetriebe, Hybridantriebe und Brennstoffzelle, sowie komplexe Steuerungsfunktionen erzwingen die Erforschung und Entwicklung neuer Methoden“, so Professor. Albert Albers, Institutsleiter des IPEK, der den X-in-the-loop-Ansatz bei der Einweihung vorstellte.
Im Bereich der Erforschung von neuen Methoden für die NVH-Entwicklung sowie energieeffzienten Fahrstrategien liefert der im Akustikraum des IPEK installierte Prüfstand einen wertvollen Forschungsbeitrag.
Ergänzt wird der Vehicle-in-the-loop-Prüfstand durch ein neues 3D Scanningvibrometer zur berührungslosen und rückwirkungsfreien Erfassung dreidimensionaler Schwingungsdaten komplexer Strukturen. Hierbei gilt der Dank insbesondere der Polytec GmbH für das kostenlose Überlassen der Auswerte- und Analysesoftware.
